Diagnose Krebs

Therapiemöglichkeiten
Die erfolgreichsten Behandlungsmethoden sind immer noch die klassischen Therapieformen Operation, Bestrahlung, Chemotherapie. Was bringt der medizinische Fortschritt für die Betroffenen?
| Operation: | Bedeutende Fortschritte bei der Entfernung von Tumoren durch verbesserte OP-Techniken |
| Bestrahlung: | Effektivere und nebenwirkungsärmere Bestrahlungsmethoden |
| Chemotherapie: | Entwicklung neuer, sehr wirksamer Arzneimittel (Zytostatika), durch Kombination verschiedener Zytostatika höhere Wirksamkeit bei verminderten Nebenwirkungen |
| Arzneimittel: | Neue Arzneimittel zur Abmilderung der Nebenwirkungen (Supportivtherapie = unterstützende Therapie) |
Was sind Zytostatika?
Zytostatika sind Arzneimittel, die zur Chemotherapie von Tumoren (Krebs) verwendet werden. Sie hemmen das Wachstum bzw. die Teilung von Zellen. Krebszellen teilen sich in der Regel sehr schnell und werden deshalb durch Zytostatika zerstört. Nebenwirkungen können dadurch entstehen, dass auch gesunde Zellen in ihrem Wachstum gehemmt werden. Die Entwicklung neuer Zytostatika ist darauf gerichtet, durch „biologische Tricks“ die Krebszellen gezielt zu zerstören, wobei die gesunden Zellen möglichst nicht angegriffen werden sollen.
Keine Angst vor Chemotherapie
Die Behandlung eines Tumors mit Zytostatika wird durch einen speziell ausgebildeten Arzt in seiner Praxis oder im Krankenhaus durchgeführt. Der Patient wird durch den Arzt über das Therapieziel und mögliche Nebenwirkungen aufgeklärt. Zusätzlich kann sich der Patient auch in der Apotheke beraten lassen. Die Zytostatika werden meist über einen längeren Zeitraum in regelmäßigen Abständen (z.B. 1x pro Woche oder 1x pro Monat) als Infusionslösung oder Injektion verabreicht. Nebenwirkungen können durch moderne Supportivtherapie heutzutage recht gut behandelt werden oder sie treten gar nicht erst auf (z.B. Übelkeit und Erbrechen). Wichtig ist, dass der Patient entsprechend der Aufklärung beim Arzt auf mögliche Anzeichen von Nebenwirkungen achtet und sich dann sofort an seinen Arzt oder auch seine Apotheke wendet. Durch rechtzeitiges Eingreifen können schwerwiegende Probleme vermieden werden.
Müdigkeit und Erschöpfungszustände bei Krebs - Fatigue
78% aller Krebspatienten gaben bei einer Befragung an, regelmäßig unter anhaltenden körperlichen und geistigen Erschöpfungszuständen zu leiden, jeder 3. sogar täglich. Problematisch dabei ist, dass sich diese Symptome durch Ruhe oder Schlaf nicht bessern. Diese besondere Form der Erschöpfung bei Krebspatienten nennt man „Fatigue“ (französisch: Mattigkeit, Müdigkeit - ausgesprochen: Fatig).Fatigue kann sowohl ursächlich mit der Tumorerkrankung einher gehen einhergehen. Sie kann aber auch bei der Behandlung durch Chemotherapie, Bestrahlung oder Immuntherapie (z.B. mit Interferon oder Interleukin) auftreten. Die Symptome reichen von allgemeiner Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit und Schwäche bis zu geistiger Erschöpfung mit verminderter Konzentrationsfähigkeit. Viele Patienten fühlen sich schon nach kleinen Anstrengungen, wie Duschen oder Treppensteigen, erschöpft und können kaum ihren täglichen Aufgaben in Familie oder Beruf nachkommen. Einige sind sogar zu müde zum Lesen oder Telefonieren. Andere werden antriebslos und depressiv. Soziale Kontakte leiden, ebenso die seelische Kraft zur Bewältigung der Erkrankung und der Therapie. Begünstigend wirken ein schlechter Allgemeinzustand, Belastung durch Schmerzen oder Übelkeit sowie ein Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie). Wichtig ist, dass die Betroffenen erkennen, wie die Beschwerden einzuordnen sind, denn viele Patienten kennen das Fatigue-Syndrom nicht. Unbedingt sollten sie mit ihrem Arzt darüber sprechen. Sowohl Schmerzen als auch Übelkeit und Störungen in der Blutbildung können heute medikamentös recht gut behandelt werden. Auch Bluttransfusionen können hilfreich sein. Zusätzlich sollten die Betroffenen ihren Ernährungszustand überprüfen. Oft sind Krebspatienten mangelernährt. Durch Appetitmangel, häufige Übelkeit, Schmerzen beim Kauen und Schlucken können viele Betroffene nicht richtig essen. In diesenm Fällen können Sie in Ihrer Apotheke um Rat fragen.
Tipps zur besseren Bewältigung von Fatigue:
| - | Häufige kleine Mahlzeiten, viel Obst und Gemüse, 1,5-2l Wasser oder Tee pro Tag trinken | |
| - | Frühere Gewohnheiten nach Möglichkeit beibehalten, gegebenenfallsggf. Alles langsamer und kürzer machen | |
| - | Tag im Voraus planen | |
| - | Tagebuch schreiben, um Kräfte besser einzuteilen | |
| - | Ausprobieren, wann man sich am besten fühlt à in diese Zeit die meisten Aktivitäten legen | |
| - | Spaziergänge an der frischen Luft | |
| - | Regelmäßige, möglichst tägliche leichte sportliche Aktivitäten | |
| - | Dinge, die man nicht gern tut, aber anstrengen (Hausarbeit), möglichst delegieren |
Beratung in unseren Apotheken
In Zusammenarbeit mit Ihrem Arzt beraten wir Sie gern zu folgenden Fragen:
| - | Ernährung: aktueller Ernährungszustand, Notwendigkeit der Zufuhr energie- und eiweißreicher Zusatznahrung, Vitamine und Mineralstoffe etc. | |
| - | unterstützende Behandlungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Lebensqualität, z.B. Misteltherapie, Pflege der Mundschleimhaut etc. | |
| - | Möglichkeiten zur Schmerzbehandlung | |
| - | Informationen zu Selbsthilfegruppen |
